Fachbereich Französisch
Fachleitung: Savitri Cruz
Bericht zur Parisfahrt 2026
Alle drei Jahre, wenn sich die drei Französischkurse der Jahrgänge 8-10 in die französische Hauptstadt aufmachen, heißt es an der Schule am Lindhoop: Bonjour, Paris!
19 Schülerinnen und Schüler haben dieses Jahr in Begleitung von drei Lehrkräften teilgenommen. Montag, den 13. April ging es um 5:20 Uhr in Bremen los, Donnerstag, den 16. April kamen wir um 23 Uhr wieder in Bremen an. Wir haben die Tage optimal genutzt!
Jour 1
Am Montag kommen wir pünktlich gegen 15 Uhr am Pariser Ostbahnhof (Gare de l’Est) an. Nach einer Dreiviertelstunde haben wir dann auch endlich die 22 Metrotickets besorgt, und los geht’s zum Meininger Hotel bei der Porte de Vincennes im Osten von Paris. Das Beziehen der Zimmer läuft unkompliziert, und nach einer Verschnaufpause inklusive Abendessen im Hotel wollen wir dann noch einmal los in die Stadt. Unser erstes Ziel? Das wohl berühmteste Museum der Welt: Der Louvre mit seinen ca. 70.000 m2 und der imposanten Glaspyramide davor. Klar, dass hier einige Fotos geschossen werden! (Übrigens waren wir da nicht die Einzigen: Parallel fanden an dieser malerischen Kulisse gleich zwei (!) Brautshootings statt.) Perfekt untermalt wird das Ganze – typisch Paris – von einem Geigenspieler und einer Opernsängerin, deren Musik von den alten Gemäuern widerhallt und so für eine ganz besondere Stimmung sorgt.
Anschließend geht’s entlang der Seine und in beginnender Dämmerung bis zu Notre Dame. Wir genießen die Abendstimmung unter rosa-blauem Himmel und die vielen Lichter der Stadt und sind begeistert von den zahlreichen Menschen, die hier abends am Fluss joggen gehen. Ein Baukran neben Notre Dame erinnert an den Brand von 2019, schmälert aber nicht unseren Eindruck von diesem bezaubernden Ort. Die Paris-Magie hat sich für uns also bereits am ersten Abend voll entfaltet.
Jour 2
Als der Wecker gegen 7 Uhr klingelt, bricht die Sonne bereits durch die Wolkendecke und lockt uns raus aus den Federn und hinein in diesen ersten richtigen Paris-Tag. Ein schnelles Frühstück mit Croissants später sind wir bereits auf dem Weg zum Tour Eiffel, um möglichst vor dem großen Ansturm auf das stählerne Wahrzeichen der Stadt klettern zu können.
Der Plan geht auf: Die Wartezeit von etwa einer halben (für den Fahrstuhl) und einer ganzen Stunde (für die Treppe) ist verhältnismäßig kurz und wird uns durch den hier schon richtig ausgebrochenen Frühling versüßt. Oben angekommen, werden wir mit dem schönsten Blick belohnt: Die Dächer von Paris und alle Sehenswürdigkeiten auf einmal unter strahlend blauem Himmel – c’est magnifique!
Wieder unten geht’s einmal über die Seine, um von der Aussichtsplattform Trocadéro den Eiffelturm in seiner ganzen Pracht zu bewundern und ein kleines Fotoshooting zu veranstalten. Es folgen ein Fußmarsch zum Arc de Triomphe sowie die erste richtige Freizeit für die Schüler*innen. Auf der wohl bekanntesten Straße der Welt – den Champs-Élysées – haben sie Zeit zum Shoppen, Souvenirsuchen, sich Stärken oder Sonnenbaden.
Anschließend fahren wir von der Place de la Concorde zum Tour Montparnasse, wo wir Flammkuchen (eine Spezialität aus dem Elsass, wo sie Flammekueche heißt) zum Teilen serviert bekommen. Da wir recht früh da sind, haben wir das Restaurant und die nette Bedienung für uns alleine, und die Schüler*innen merken, dass alles gut zu verstehen ist und geben ihre ersten Bestellungen auf Französisch auf. Es folgt ein ruhiges und gleichzeitig lebendiges Dîner, bevor es noch einmal zum Eiffelturm geht, um von dort aus mit einem typischen Bateau Mouche abzulegen.
In Sonnenuntergangsstimmung schippern wir die Seine einmal rauf und runter – eine gute Gelegenheit, die Sehenswürdigkeiten noch einmal von der Wasserseite aus zu sehen. Und natürlich für Fotos! Wir freuen uns über die vielen Flaneure und Flaneurinnen am Seineufer, die uns freundlich zuwinken und – egal in welchem Alter – lachend auf die „6/7“-Gesten unserer Schüler*innen reagieren. Für diese stimmungsvolle Bootsfahrt gebührt unser Dank dem Förderverein, der diese mit seiner Spende möglich gemacht hat. Merci beaucoup!
Ausklingen lassen wir den Abend wieder am Eiffelturm, der ab 21 Uhr zu jeder vollen Stunde glitzert und blinkt. Was kann es Romantischeres geben? Erschöpft, aber voller neuer Eindrücke, fallen wir nach einem langen und erlebnisreichen Tag in unsere Hotelbetten.
Jour 3
Unser zweiter ganzer Tag in der Metropole beginnt mit dem Aufstieg auf den Montmartre. Geleitet von unseren „Metroguides“ (die Schüler*innen übernehmen abwechselnd in Zweier- oder Dreierteams die Navigation zu den Sehenswürdigkeiten), kommen wir an der Station Abbesses am Fuße des Hügels an, den wir zunächst noch durch enge Gassen erklimmen müssen! Die Strapazen lohnen sich: Vom Vorplatz der Kirche Sacré-Coeur aus hat man den wohl spektakulärsten Blick über Paris: Une vue spectaculaire!
Die Schüler*innen dürfen diesen in vollen Zügen genießen oder auch zur benachbarten Place du Tertre schlendern, einem Platz, auf dem man noch heute den Künstlerinnen und Karikaturisten beim Malen zusehen kann. Der Abstieg fällt nach einer Crêpe au chocolat oder einem Macaron à la framboise direkt leichter, und nach einem kurzen Souvenirbummel erreichen wir die Metrostation Anvers, von wo aus wir unseren Weg zum Forum Les Halles fortsetzen, besser bekannt als das Einkaufszentrum Westfield. Die Jugendlichen nutzen ihre Freizeit individuell in Kleingruppen, bevor es zum gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant zurück in unser Viertel bei der Porte de Vincennes geht. Das Essen bildet einen harmonischen Abschluss unserer rundum gelungenen Fahrt, auf der es wirklich jedem*r Schüler*in gelungen ist, sich mindestens einmal der Herausforderung zu stellen, französisch zu sprechen. Ob bei der Bestellung im Restaurant, beim Abholen von Sandwiches beim Bäcker, beim Verhandeln mit Verkäufer*innen oder beim Smalltalk mit echten Menschen (wir wurden tatsächlich sehr oft angesprochen): alle haben sich überwunden und diese authentische Erfahrung mitgenommen. Chapeau les élèves!
Es wäre aber natürlich keine echte Schulfahrt, wenn es nicht doch noch zu einem kleinen Zwischenfall gekommen wäre: Einer Schülerin bricht am letzten Abend der Drahtbogen ihrer Zahnspange ab. Tapfer hält sie aber die Nacht durch, und wir finden am nächsten Morgen zum Glück in der Nähe eine Praxis für Kieferorthopädie, in der der Draht repariert werden kann. Also doch noch alles gut gegangen!
Jour 4
Ein letztes petit-déjeuner im Hotel und nach dem Auschecken ein Spaziergang zum Markt. Eine letzte Möglichkeit, die in den letzten Jahren erlangten Sprachkenntnisse in einer authentischen Situation zu erproben. Die Jugendlichen bekommen den Auftrag, an mindestens einem Marktstand etwas zu kaufen. Beim Eindecken mit Proviant für die Fahrt oder Souvenirs für Zuhause sieht man so manches Stück Camembert, manches Baguette und manche Schale Erdbeeren über den Tresen gehen. Und die Schüler*innen sind sehr stolz darauf, in einer Alltagssituation im Ausland sprachlich zurechtzukommen.
Auf der Rückreise fahren wir erst mit einem TGV, der durch seine gemütlichen Sessel und die Mülleimer direkt am Platz punktet. Aber auch der ICE ab Karlsruhe bietet komfortables Fahren und vor allem die
Möglichkeit, auch mal aufzustehen und herumzugehen. So kommt während der Fahrt noch einmal richtig Stimmung auf, die Plätze werden gewechselt, es wird gequatscht und auf einem Vierer sogar lautlos synchron gesungen und getanzt: Silent Disco! Die ausgelassene Atmosphäre und die glücklichen Gesichter auf den Fotos lassen erahnen: Die Fahrt war ein voller Erfolg. Und so sagen wir, als wir (lediglich eine Dreiviertelstunde verspätet) in Bremen ankommen: Au revoir, Paris. C’était super!
Die Parisfahrt in Zahlen
- Längster Tagesausflug: mehr als 13h
- Schritte insgesamt: mehr als 50.000
- Martinshörner und Blaulicht pro Tag: gefühlt jede Stunde
- Gestiegene Treppenstufen: mehr als eine
- Gezählte Liebesschlösser: ca. 1 Million
- Musizierende Straßenkünstler*innen: > 10
- Nicht rechtzeitig in die Metro eingestiegene Schüler*innen: 2
- Verlorene Tickets: 1
- Vergessener (und wiedergefundener) Rucksack: 1
- Kaputte Zahnspange: 1
- Preis für ein Fußballtrikot: 20 €
- Längste Bildschirmzeit: 9h44 (Rückfahrt im Zug!)
- Six-Seven-Gesten: mindestens 67
Gez. Freya Scholvin, April 2026











